2008.9.22 - BielerTagBlatt - Rockademy - Ein Magazin aus Schweiss und Liebe - Camden Town - Rockademy - Piercinthe ... By David Since 1997

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2008.9.22 - BielerTagBlatt - Rockademy - Ein Magazin aus Schweiss und Liebe

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David Jeanmonod verdeutlicht seine Liebe zur Rockmusik nun auch in einem Magazin.


Ab heute erscheint in Biel das Musikmagazin «Rockademy». Das Gratisheft ist vor allem der ehrgeizigen Liebe von David Jeanmonod zur Rockmusik zu verdanken.


Hundert Prozent Rock verspricht die erste Ausgabe von «Rockademy». Und Rock meint bei Rock(ac)ademy gleichwohl Adrian Solo, Dada Ante Portas, wie Slipknot, Avantasia und Cinder Road. In diesem Heft vermischen sich neben musikalischem Härte- und Bekanntheitsgrad auch die Sprachen Deutsch und Französisch. Der Inhalt des neuen Rockmagazins erscheint grösstenteils in beiden Sprachen. Eine Auflage von rund 5000 Gratisexemplaren wird seit heute in der ganzen Deutsch- und Welschschweiz verteilt und ist gratis erhältlich.



Nicht gewinnorientiert

Alles ein grosser Aufwand, wenn man bedenkt, dass es sich bei «Rockademy» nicht um ein gewinnorientiertes Blatt handelt, sondern um ein ehrenamtliche Arbeit. Ein Rockmagazin aus Liebe eben. Sogar die Distribution des Heftes erfolgt auf privater Basis: «Viele Freunde spielen Lieferant und bringen die Hefte an entsprechende Orte, etwa in die Kulturfabrik Solothurn, das Fri-Son in Fribourg, in CD- Läden und Kleidergeschäfte», meint David Jeanmonod, der Begründer des Projekts. «Wir haben so viel Zeit in dieses Heft investiert - nun bin ich wahnsinnig gespannt auf die Reaktionen auf die erste Ausgabe. Ich fürchte mich fast davor, dass uns die Leser kritisch gegenübertreten», ergänzt Jeanmonod, während er sein «Baby», das «Rockademy»-Heft Nr.1, in den Händen hält.

Ein Heft aus Bluff und Hochmut ist dieses Projekt sicherlich nicht. Vielmehr ein ehrgeiziges, ambitioniertes und zeitintensi-ves Projekt aus Leidenschaft, das noch in den Kinderschuhen steckt.



Die «Wahrheit» dahinter

«Ich höre Rockmusik, seit ich 15 Jahre alt bin, und daraus hat sich eine grosse Leidenschaft entwickelt. Ich habe damals immer alle Rockmagazine gelesen und mich immer über unsinnige Peoplegeschichten und Gerüchtemacherei genervt. Alles, was mich interessierte, war die Wahrheit hinter diesen Geschichten», erklärt Jeanmonod. «Ich will darum nicht auf dem üblichen langweiligen Klatsch und Tratsch herumreiten, sondern spreche mit den Stars über den Inhalt und den Weg ihrer Musik. Manchmal muss man halt lange warten, bis man den jeweiligen Künstler trifft. Aber dann kann man ihm endlich die Frage stellen, die einen seit zehn Jahren interessiert», ergänzt er und lacht. Es sei eben nicht im Sinne der Autoren, die Leser mit künstlichen Skandalen zu ködern, sondern man wolle spannende und wahre Infos liefern, so David.

Leider unterscheidet sich die Erstausgabe von «Rockademy» in diesem Punkt aber nicht allzu stark von den anderen Magazinen und kann dem Anspruch der Einzigartigkeit noch nicht ganz gerecht werden. Das Heft enthält zwar keine entblössenden oder entlarvenden Exklusivitäten, sondern versucht Aufklärungsarbeit inmitten der Gerüchteküche zu leisten, aber das Rad kann hier nicht ganz neu erfunden werden.Sprachlich merkt man dem Magazin ab und zu noch an, das es in den Kinderschuhen steckt. Aber unterhaltsam und respektabel sind die Interviews mit den ganz grossen Stars auf jeden Fall, und schön gestaltet ist das Heft auch.


Rock mit sensiblem Inhalt

Dieser Anspruch, neues herauszufinden und alte Mythen aufzuklären, war für David Jeanmonod ein Ansporn, dieses Heft zu schreiben: «Rockmusiker sind meist hochsensible Menschen und beschäftigen sich mit seriösen Themen wie Ökologie. Dann gehen sie auf die Bühne, setzen ihre Maske auf und lassen es zwei Stunden krachen. Danach leben sie wieder ihr normales Leben. Wenn meine Kinder einmal einen solchen Inhalt der Rockmusik leben, so bin ich ein stolzer Vater», meint er verschmitzt. Diese Leidenschaft und Faszination für Rockmusik ist bei David Jeanmonod unübersehbar. Sein Geschäft «Camdentown» in Biel ist eine Mischung aus Piercing- und Schmuckshop, Rockmuseum und Fanecke. Vitrinen mit signierten Gitarren, Drumsticks, T-Shirts und Fotos von Jeanmonod mit der Band Kiss oder Motörhead-Urgestein Lemmy Kilmister und vielen anderen Weltstars prägen den ganzen Laden und lassen kaum Zweifel am Interesse seines Besitzers.


Berichten statt kritisieren

«Rockademy» will kein kritisches Heft sein, das über Meinungen und Einstellungen der Musiker lästert. Man wolle nicht die Musik bewerten, sondern die Stars sprechen lassen, so David. Darum treffe man in diesem Heft auch querbeet Künstler aus dem poppigen und ganz harten Rockbereich. «Die offene Einstellung der Musik gegenüber ist uns wichtig», meint Jeanmonod, und er weist auf «Herr Doktor» hin, den letzten Artikel im Heft. Der «Herr Doktor» lästert nämlich in einer solch amüsanten Sprache über alle Künstler, dass man David Jeanmonod Glauben schenkt: «Einen solchen Text kann man einfach nicht vom Französischen ins Deutsche übersetzen.»


Das Magazin

- «Rockademy» ist gratis erhältlich und erscheint viermal jährlich (Bezugsquellen auf der Homepage)
- das Magazin finanziert sich durch einige Sponsoren und ist nicht gewinnorientiert
- alle Arbeit wird ehrenamtlich verrichtet
- das Heft besteht zu 90 Prozent aus Interviews und zu 10 Prozent aus Reportagen
- die erste Ausgabe umfasst 18 Artikel, verteilt auf 37 Seiten

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